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Leinenziehen - Dogability

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Thorsten Funk
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DOGABILITY
LEINENZIEHEN · VERSTEHEN STATT BEKÄMPFEN

Wer führt hier eigentlich wen?
Viele Hunde ziehen nicht deshalb, weil sie „stur“ sind oder ihren Menschen ignorieren. Häufig ist schlicht nicht klar, welche Position und Orientierung überhaupt erwartet wird. Dazu kommen Erregung, Gewohnheit, Unsicherheit oder ein konkretes Ziel.
Leinenziehen ist nicht automatisch Ungehorsam
Ein Hund zieht nicht zwangsläufig, weil er dich ignorieren will. Oft ist das Verhalten über lange Zeit entstanden. Der Hund bewegt sich, die Leine wird straff, und trotzdem geht es weiter. Für ihn kann daraus schnell die Erfahrung entstehen: Ziehen bringt mich ans Ziel.
Dazu kommen Gerüche, andere Hunde, Menschen, Wild, Erwartung oder Erregung.
Deshalb reicht es nicht, nur das Ziehen zu bewerten. Entscheidend ist, welche Ursache dahintersteht.
Warum Stehenbleiben allein oft nicht reicht

„Eine bekannte Methode bei Leinenziehen lautet: Sobald die Leine straff wird, bleib stehen.
Das kann dazu führen, dass der Hund merkt: Mit Zug geht es nicht weiter.
Aber damit ist eine entscheidende Frage noch nicht beantwortet:
Hat der Hund dadurch verstanden, wo er stattdessen laufen soll?
Wohl kaum.
Er lernt möglicherweise nur: Wenn ich zu stark ziehe, stoppt mein Mensch.
Das ist aber etwas anderes als: Hier neben meinem Menschen ist meine Position.
Wenn ich von einem Hund eine bestimmte Position erwarte, muss diese Position für ihn zunächst verständlich sein.“
Leinenführigkeit beginnt mit Klarheit

Wir Menschen haben häufig ein fertiges Bild im Kopf.
Der Hund soll neben uns laufen.
  • Nicht zu weit vorne.
  • Nicht zu weit hinten.
  • Nicht zu weit außen.
  • Möglichst ruhig.
  • Möglichst aufmerksam.
Für uns ist dieses Bild eindeutig.Für den Hund nicht.
Er kann nicht wissen, welche Vorstellung wir im Kopf haben.
Deshalb sollte der erste Schritt nicht darin bestehen, ständig Fehler zu korrigieren.
Der erste Schritt sollte darin bestehen, dem Hund verständlich zu machen:
Wo ist mein Platz?
Erst wenn diese Orientierung klar ist, kommen Bewegung, unterschiedliche Geschwindigkeiten, Richtungswechsel und Ablenkungen hinzu.

Fußlaufen ist mehr als Bewegung

Viele Trainings beginnen sofort mit dem Laufen.
Der Hund wird gelockt, gefüttert, gewendet oder korrigiert.
Dabei wird manchmal ein grundlegender Lernschritt übersprungen:
Die Position selbst.
Bevor ein Hund eine Position in Bewegung halten kann, sollte er verstehen, welche Position überhaupt gemeint ist.
Aus einer klaren Position kann dann gemeinsames Laufen entstehen.
Nicht umgekehrt.

Wenn Leinenziehen mehr als nur Ziehen ist
Manchmal steckt hinter der Leine deutlich mehr.
Zum Beispiel wenn dein Hund:
  • andere Hunde anbellt oder anspringt,
  • stark in die Leine springt,
  • sich kaum ansprechbar zeigt,
  • draußen ständig unter hoher Spannung steht,
  • auf Menschen oder Fahrzeuge reagiert,
  • große Unsicherheit zeigt.
Dann sollte nicht nur an der Leine selbst gearbeitet werden.
In solchen Fällen ist es wichtig, die gesamte Situation zu betrachten:
Auslöser, Verhalten, Vorgeschichte, Erwartung und die Rolle des Menschen.

Häufige Fragen zur Leinenführigkeit

Das kann unterschiedliche Gründe haben: Aufregung, Gewohnheit, Unsicherheit, ein konkretes Ziel oder fehlende Orientierung. Deshalb sollte zuerst geklärt werden, warum dein Hund zieht, bevor eine Trainingsmethode gewählt wird.

Leinenführigkeit beginnt mit Klarheit. Dein Hund sollte verstehen, welche Position und welche Orientierung von ihm erwartet werden. Erst danach kommen Bewegung, Tempo, Richtungswechsel und Ablenkungen dazu.

Häufig wurde dem Hund nie wirklich verständlich gemacht, wo genau seine Position beim Fußlaufen sein soll. Wenn das Ziel unklar ist, kann er es auch nicht zuverlässig einhalten.

Dann sollte zuerst geklärt werden, warum dein Hund so reagiert. Unsicherheit, Frust, Erregung oder ein Wunsch nach Abstand können ähnlich aussehen, brauchen aber unterschiedliche Lösungen.

Weil Stehenbleiben dem Hund zwar zeigen kann, dass Ziehen nicht zum Ziel führt, ihm aber nicht automatisch erklärt, wie er stattdessen laufen soll. Ein Hund kann nur zuverlässig richtig machen, was ihm vorher verständlich gemacht wurde.
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