DEIN HUND SPRINGT MENSCHEN AN?
Wenn Begrüßung plötzlich körperlich wird.
Kaum geht die Tür auf, ist dein Hund schon oben. Er springt dich, Besucher oder Menschen draußen an und lässt sich dabei manchmal kaum bremsen.
Was freundlich gemeint sein kann, wird spätestens bei Kindern, älteren Menschen oder schmutzigen Pfoten schnell unangenehm.
Entscheidend ist deshalb nicht nur, das Anspringen irgendwie zu stoppen, sondern deinem Hund verständlich zu machen, welches Verhalten stattdessen erwartet wird.
Warum Hunde Menschen überhaupt anspringen
Für viele Hunde funktioniert Anspringen erstaunlich gut.
Sie kommen näher ans Gesicht, bekommen Blickkontakt, Hände bewegen sich zu ihnen, Menschen sprechen mit ihnen oder schieben sie weg.
Aus Sicht des Hundes passiert also eine ganze Menge.
Dabei spielt es zunächst kaum eine Rolle, ob der Mensch freundlich reagiert oder genervt „Nein!“ sagt. Auch Aufmerksamkeit kann das Verhalten interessant halten.
Ein Verhalten, das regelmäßig eine Reaktion auslöst, verschwindet selten von allein.
Ignorieren allein erklärt dem Hund noch nichts
Ein häufig gehörter Rat lautet: Dreh dich weg und ignoriere den Hund.
Das kann dazu führen, dass Anspringen weniger erfolgreich wird.
Aber eine entscheidende Frage bleibt offen:
Was soll der Hund stattdessen tun?
Nur etwas zu unterlassen ist keine vollständige Information. Dein Hund braucht eine klare Alternative, die er verstehen und zuverlässig ausführen kann.
Sonst probiert er möglicherweise weiter – nur etwas hartnäckiger.
Vier Pfoten auf dem Boden sind verständlicher als „Nein“
Menschen denken oft in Verboten:
„Nicht springen.“
„Runter.“
„Lass das.“
Für den Hund ist eine konkrete Erwartung leichter zu verstehen.
Zum Beispiel: Bei einer Begrüßung bleiben alle vier Pfoten auf dem Boden. Erst dann entsteht Kontakt.
Damit wird aus einem ständigen Korrigieren eine klare Regel.
Je eindeutiger der Hund weiß, was richtig ist, desto weniger muss man ihm dauernd sagen, was falsch ist.
Warum es bei Besuch oft besonders schwierig wird
Klingeln, Tür öffnen, Stimmen, Bewegung und neue Menschen bringen viele Hunde schnell in hohe Erregung.
Genau dann soll plötzlich ein Verhalten funktionieren, das im ruhigen Alltag vielleicht noch gar nicht sicher aufgebaut wurde.
Wenn dein Hund bei Besuch völlig hochfährt, liegt das Problem deshalb nicht nur im eigentlichen Anspringen.
Dann sollte auch betrachtet werden, wie viel Erregung bereits vor der Begrüßung entsteht und wie gut dein Hund sich in dieser Situation überhaupt noch orientieren kann.
Anspringen kann durch Begrüßungsfreude, Erregung, Erwartung oder Aufmerksamkeit aufrechterhalten werden. Entscheidend ist, was unmittelbar nach dem Anspringen passiert und welchen Erfolg dein Hund damit bisher hatte.
Hilfreicher als ständiges Verbieten ist eine klare Alternative. Dein Hund sollte verstehen, welches Verhalten bei einer Begrüßung erwartet wird und womit er tatsächlich Kontakt bekommt.
Besuch erzeugt oft deutlich mehr Erregung als normale Alltagssituationen. Klingeln, Türöffnung und neue Menschen kommen gleichzeitig zusammen. Dadurch fällt Orientierung vielen Hunden besonders schwer.
BEGRÜSSUNG GEHT AUCH OHNE PFOTEN AUF DER JACKE
Dein Hund darf sich freuen – er muss dafür niemanden umwerfen.
Wenn Anspringen bei euch ständig zum Thema wird, schauen wir uns an, was das Verhalten aufrechterhält und wie du deinem Hund verständlich machst, was du stattdessen von ihm erwartest.