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Ressourcenverteidigung - Dogability

DOGABILITY
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Thorsten Funk
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DOGABILITY
Hund verteidigt Futter und Spielzeug vor einer sich nähernden Person.
DEIN HUND VERTEIDIGT FUTTER, SPIELZEUG ODER PLÄTZE?
Wenn aus Besitz plötzlich Spannung wird.
Wenn dein Hund knurrt, sobald du dich seinem Napf näherst, ein Spielzeug nicht hergeben will oder bestimmte Plätze verteidigt, wirkt das schnell bedrohlich. Manche Hunde frieren zunächst nur ein, andere fixieren, knurren oder schnappen.
Entscheidend ist nicht nur, was dein Hund verteidigt, sondern warum es für ihn in diesem Moment so wichtig wird, diese Ressource zu sichern.



Knurren ist keine Provokation
Wenn dein Hund über einem Gegenstand erstarrt, dich fixiert oder knurrt, ist das bereits Kommunikation.
Er sagt damit nicht: „Ich will bestimmen.“
Er macht deutlich, dass ihm deine Annäherung in diesem Moment unangenehm ist und er die Ressource sichern möchte.
Wird dieses Warnsignal übergangen oder bestraft, verschwindet damit nicht automatisch die Ursache. Im ungünstigsten Fall lernt der Hund lediglich, dass Knurren nichts bringt.
Deshalb ist das Knurren nicht das eigentliche Problem. Entscheidend ist, warum dein Hund überhaupt glaubt, etwas verteidigen zu müssen.
Wegnehmen kann den Konflikt größer machen
Ein verbreiteter Gedanke lautet: Der Hund müsse lernen, dass der Mensch ihm jederzeit alles wegnehmen darf.
Genau dadurch kann aber ein Konflikt entstehen.
Wenn dein Hund wiederholt erlebt, dass deine Annäherung bedeutet, etwas Wertvolles zu verlieren, kann er beginnen, diese Dinge immer früher und deutlicher zu sichern.
Aus einem angespannten Blick kann Knurren werden. Aus Knurren kann Schnappen werden.
Darum geht es nicht darum, einen Machtkampf um Napf, Kauknochen oder Spielzeug zu gewinnen.
Ziel ist, dass dein Hund deine Nähe nicht mehr als drohenden Verlust erlebt.
Nicht jeder Hund verteidigt dieselben Dinge
Für den einen Hund ist Futter besonders wichtig. Ein anderer verteidigt Spielzeug, einen gefundenen Gegenstand, seinen Liegeplatz oder sogar die Nähe zu einem Menschen.
Auch die Reaktion kann unterschiedlich stark sein.
Manche Hunde tragen Dinge lediglich weg. Andere legen sich darüber, frieren ein, fixieren, knurren oder schnappen, sobald sich jemand nähert.
Deshalb lässt sich Ressourcenverteidigung nicht sinnvoll behandeln, indem man nur auf den Gegenstand schaut.
Wichtig ist die gesamte Situation: Was wird verteidigt? Gegen wen? Seit wann? Was passiert unmittelbar davor – und wie reagieren die Menschen darauf?
Wenn aus Vorsicht Angst vor dem eigenen Hund wird
Spätestens wenn ein Hund bereits geschnappt hat, verändert sich häufig auch das Verhalten seiner Menschen.
Man geht vorsichtiger am Napf vorbei, vermeidet bestimmte Situationen oder überlegt zweimal, ob man einen Gegenstand überhaupt noch anfassen darf.
Der Hund erlebt diese Veränderung ebenfalls.
So kann sich mit der Zeit ein Muster entwickeln, bei dem beide Seiten immer angespannter werden.
Deshalb geht es nicht nur darum, das Verteidigen zu verändern. Es geht auch darum, wieder Sicherheit und Klarheit in den gemeinsamen Alltag zu bekommen.
Bei ausgeprägtem Schnappen oder Beißverhalten sollte dabei immer so gearbeitet werden, dass unnötige Konfrontationen vermieden werden.

Futter kann für einen Hund eine besonders wertvolle Ressource sein. Entscheidend ist, welche Erfahrungen er mit Annäherung, Wegnehmen und Konkurrenz gemacht hat und was er in der konkreten Situation erwartet.

Knurren sollte ernst genommen werden. Den Hund absichtlich weiter zu bedrängen oder das Futter gewaltsam wegzunehmen kann den Konflikt verschärfen. Zuerst sollte geklärt werden, warum deine Annäherung für ihn überhaupt problematisch geworden ist.

Schnappen kann die nächste Stufe einer bereits länger bestehenden Verteidigungsreaktion sein. Häufig gab es vorher schon subtilere Signale wie Erstarren, Wegdrehen, Fixieren oder Knurren.

In vielen Fällen lässt sich das Verhalten deutlich verändern. Dafür muss aber verstanden werden, was der Hund tatsächlich verteidigt, wodurch die Reaktion ausgelöst wird und welche Erfahrungen das Verhalten bisher aufrechterhalten haben.
VERTRAUEN MUSS NICHT AM FUTTERNAPF ENDEN
Du solltest dich in deinem eigenen Zuhause nicht vor deinem Hund fürchten müssen.

In einem persönlichen Gespräch schauen wir uns an, was dein Hund verteidigt, wann die Spannung entsteht und was sich im Umgang verändern muss, damit aus dem Konflikt wieder mehr Sicherheit wird.
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